Magento 1 auf Magento 2 migrieren

Migration von Magento 1 und OpenMage auf Magento 2: was wir übernehmen, wie lange es dauert, was mit Design, Kundenpasswörtern und Rankings passiert.

Magento 1 erhält seit Juni 2020 keine offiziellen Sicherheitsupdates mehr. OpenMage hält den Betrieb weiter am Leben und schließt bekannte Lücken — das ist eine ernstzunehmende Option, aber sie verschiebt das Problem nur: Zahlungsanbieter stellen Schnittstellen um, PHP-Versionen laufen aus, Erweiterungen werden nicht mehr gepflegt. Irgendwann steht der Wechsel an, und je später er kommt, desto mehr hat sich angesammelt.

Wichtig zu verstehen: Magento 2 ist kein Nachfolger im Sinne eines Updates, sondern ein anderes System. Datenbankstruktur, Template-Aufbau und Erweiterungsschnittstellen sind neu. Ein Umzug ist deshalb immer ein Neuaufbau, in den vorhandene Daten überführt werden.

Was wir für dich übernehmen

  • Produkte samt Attributen, Attributsets, Varianten und Medien
  • Kategoriebaum und Produktzuordnungen
  • Kundenkonten, Adressen und Kundengruppen
  • Bestellungen, Rechnungen, Gutschriften und Sendungen
  • Preise, Staffelpreise und kundengruppenspezifische Preise
  • CMS-Seiten, statische Blöcke und Widgets
  • URL-Struktur als vollständige Weiterleitungskarte

Nicht mitwandern können Template und Erweiterungen. Beides hängt an der Technik von Magento 1 und lässt sich nicht übertragen — das ist eine technische Tatsache, aber keine Entscheidung gegen dein bisheriges Erscheinungsbild. Was du behalten willst, bauen wir in Magento 2 nach. Du hast dabei die Wahl:

  • Originalgetreu nachbauen: Der Shop sieht aus wie vorher. Deine Kunden merken vom Systemwechsel optisch nichts, gelernte Wege bleiben, wo sie waren.
  • Nachbauen mit Facelift: Wiedererkennbarkeit und Struktur bleiben, aber Typografie, Abstände, Mobilansicht und Checkout kommen auf einen aktuellen Stand.
  • Neu gestalten: Wenn das Design ohnehin in die Jahre gekommen ist, ist die Migration der günstigste Moment dafür — die Arbeit am Frontend fällt sowieso an.

Dasselbe Prinzip gilt für Funktionen aus Erweiterungen: Was du im Alltag wirklich brauchst, ersetzen wir durch ein Magento-2-Modul oder bauen es neu. Manches davon ist in Magento 2 inzwischen Bordmittel und fällt als Kostenpunkt einfach weg. Für den Rest lohnt die ehrliche Frage, welche der über die Jahre angesammelten Funktionen heute überhaupt noch jemand benutzt — jede Funktion, die nicht mitkommt, spart doppelt: einmal beim Umzug und danach bei der Wartung.

Die zwei kritischen Punkte

Kundenpasswörter
Magento 2 kann Alt-Hashes aus Magento 1 weiterverwenden und beim ersten erfolgreichen Login automatisch auf das aktuelle Verfahren umstellen. Richtig vorbereitet merken deine Kunden vom Umzug nichts. Was dabei zu beachten ist, steht ausführlich im Artikel Kundenpasswörter bei der Migration.

Sichtbarkeit bei Google
Magento 2 erzeugt andere URL-Muster als Magento 1. Ohne vollständige Weiterleitungen verlierst du Rankings, die über Jahre gewachsen sind — und das fällt erst auf, wenn der Umsatz einbricht. Die Weiterleitungskarte ist bei uns Teil der Migration, nicht der Nacharbeit.

Ablauf

  • Bestandsaufnahme: Datenmenge, genutzte Erweiterungen, angebundene Systeme
  • Konzept mit Aufwandsschätzung — gemeinsam entscheiden wir, was bleibt, was besser gelöst wird und was ersatzlos entfallen kann
  • Testmigration mit echten Daten auf einer Kopie
  • Abgleich von Stückzahlen, Summen und Stichproben gegen das Altsystem
  • Generalprobe inklusive Weiterleitungen und Schnittstellen
  • Go-Live im abgestimmten Zeitfenster mit Rückfallplan
  • Nachbetreuung in den ersten Wochen

Das ist bei uns kein Erstversuch

Den Weg von Magento 1 auf Magento 2 sind wir mehrfach gegangen — mit unterschiedlichen Sortimentsgrößen, über Jahre gewachsenen Attributstrukturen, angebundener Warenwirtschaft und Shops, in denen sich reichlich Eigenentwicklung angesammelt hatte. Darauf liegt in der Bestandsaufnahme unser Fokus: auf den Stellen, an denen so ein Projekt teuer oder unangenehm wird. Wir suchen sie gezielt, statt sie im laufenden Umzug zu entdecken.

  • Attributsets, die über die Jahre zugewachsen sind und beim Umzug aufgeräumt gehören
  • URL-Keys, die in Magento 1 mehrfach vergeben wurden und beim Import kollidieren
  • Kundengruppen- und Staffelpreise, die im Altsystem an einer Erweiterung hängen
  • Bestellungen mit Zahlarten, die es im Zielsystem so nicht mehr gibt
  • Importstrecken und Cronjobs, von denen im Alltag niemand mehr weiß
  • Konfigurierbare Produkte, deren Varianten im Altsystem nur halb gepflegt sind

Aus denselben Projekten kommt auch die Einschätzung, was sich nicht lohnt. Manche Funktion aus dem Altsystem kostet im Nachbau mehr, als sie im Betrieb einbringt. Das sagen wir dir vor dem Angebot, nicht in der Schlussrechnung.

Wie wir arbeiten

Direktkontakt
Du sprichst mit uns — also mit denselben Leuten, die den Umzug auch bauen. Kein Accountmanagement dazwischen, das Fragen weiterreicht und Antworten zurückübersetzt. Bei einer Migration entstehen täglich Detailfragen — welches Feld wohin, welche Historie wie tief, welche Funktion bleibt. Diese Fragen kurz zu klären statt sie durch eine Kette zu schicken, ist der größte einzelne Zeitgewinn im Projekt.

Ticketsysteme ja, Ticketzirkus nein
Asana, Jira, Redmine, GitHub Issues — wenn bei dir ohnehin etwas läuft, arbeiten wir darin. Was wir nicht tun: einen Prozess aufbauen, den das Projekt nicht braucht. Jedes gepflegte Board, jede Statusrunde und jedes Zwischenmeeting steht am Ende auf der Rechnung. Bei überschaubaren Vorhaben reichen kurze Wege und ein gemeinsames Dokument, in dem das Datenmapping steht.

Budgetfreundlich heißt nicht billig, sondern planbar
Wir zerlegen die Migration in Abschnitte, die einzeln abrechenbar und einzeln entscheidbar sind. Nach der Testmigration weißt du, ob das Vorhaben im Rahmen bleibt — nicht erst nach dem Go-Live. Und wenn ein Teil im Bestand günstiger gelöst werden kann als im Neubau, sagen wir das.

Das Erstgespräch kostet nichts. Wir sehen uns an, was heute läuft, und sagen dir, was auf dich zukommt — auch dann, wenn daraus kein Projekt mit uns wird.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Migration von Magento 1 auf Magento 2?
Das hängt vor allem an der Zahl der Erweiterungen und Schnittstellen, weniger an der Datenmenge. Ein überschaubarer Shop ohne Sonderlogik ist in wenigen Wochen umgezogen; bei gewachsenen Shops mit ERP-Anbindung, individuellen Preisregeln und vielen Eigenentwicklungen sind mehrere Monate realistisch. Nach der Bestandsaufnahme bekommst du eine konkrete Einschätzung statt einer Spanne.
Müssen sich meine Kunden nach dem Umzug neu registrieren?
Nein. Kundenkonten inklusive Adressen und Bestellhistorie werden übernommen. Auch die Passwörter lassen sich in aller Regel weiterverwenden, sodass sich Kunden wie gewohnt anmelden können.
Was passiert mit meinen Google-Rankings?
Bei sauber umgesetzten Weiterleitungen bleiben Rankings weitgehend erhalten. Jede alte URL bekommt eine dauerhafte Weiterleitung (301) auf ihr neues Ziel. Kurzfristige Schwankungen in den ersten Wochen sind normal, weil Google die neue Struktur erst einlesen muss.
Kann ich meine bestehenden Magento-1-Erweiterungen weiternutzen?
Die Erweiterung selbst nicht — Magento-1-Module sind zu Magento 2 technisch nicht kompatibel. Die Funktion dahinter schon: Für die meisten verbreiteten Fälle gibt es eine Magento-2-Entsprechung oder Bordmittel, und was wirklich individuell ist, bauen wir dir nach. Oft schlanker als vorher, weil über die Jahre viel Ballast dazukommt.
Muss der Shop während der Migration offline gehen?
Nein. Der alte Shop läuft bis zum Umschalttag normal weiter. Kurz vor dem Go-Live werden die seither entstandenen Bestellungen und Kundenkonten nachgezogen, damit nichts verloren geht. Die eigentliche Umschaltung dauert typischerweise weniger als eine Stunde.
Sieht mein Shop nach der Migration anders aus?
Nur wenn du das willst. Das Magento-1-Template lässt sich technisch nicht übertragen, das Erscheinungsbild aber sehr wohl nachbauen — wahlweise originalgetreu, mit behutsamem Facelift oder als kompletter Neuentwurf. Weil das Frontend ohnehin neu entsteht, kostet die originalgetreue Variante nicht weniger als eine aufgefrischte: Du entscheidest also nach Geschmack, nicht nach Budget.
Habt ihr solche Migrationen schon durchgeführt?
Ja, mehrfach — Magento 1 und OpenMage auf Magento 2 ist der Fall, der bei uns am häufigsten auf dem Tisch liegt. Unterschiedliche Kataloggrößen, unterschiedliche Anbindungen, unterschiedlich viel Eigenentwicklung im Altsystem. Deshalb geht die Bestandsaufnahme bei uns schnell: Wir wissen, wonach wir suchen müssen.
Was kostet ein Erstgespräch?
Nichts. Du schilderst, was heute läuft und wohin es gehen soll, wir sagen dir, was das grob bedeutet — Aufwand, Reihenfolge und die Punkte, die erfahrungsgemäß teuer werden. Daraus entsteht kein Vertrag und keine Rechnung. Auch die Einschätzung „das lohnt sich für dich gerade nicht" ist ein mögliches Ergebnis.
Arbeitet ihr mit Ticketsystemen wie Asana oder Jira?
Wenn du eines nutzt, gern — wir arbeiten in Asana, Jira, Redmine oder GitHub Issues mit, ohne dass du etwas umstellen musst. Von uns aus bauen wir aber keinen Prozess auf, den das Projekt nicht braucht: Boardpflege, Statusrunden und Reporting sind Arbeitszeit und schlagen im Budget durch. Bei kleineren Migrationen sind kurze, direkte Absprachen schlicht günstiger und schneller.
Was kostet eine Migration von Magento 1 auf Magento 2?
Eine seriöse Zahl gibt es erst nach der Bestandsaufnahme, weil der Preis an den Erweiterungen und Schnittstellen hängt, nicht an der Produktzahl. Wir schneiden das Projekt deshalb in Abschnitte: Bestandsaufnahme und Konzept sind ein klar begrenzter erster Schritt. Danach steht eine belastbare Summe für den Rest — mit der Möglichkeit, einzelne Funktionen bewusst wegzulassen.

Konkret werden?

Sag uns, was heute läuft und wohin es gehen soll. Wir sehen uns den Bestand an und nennen dir Aufwand und Risiken — auch die unbequemen. Das Erstgespräch kostet nichts und ist unverbindlich.

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