Magento 1 auf Magento 2 migrieren
Migration von Magento 1 und OpenMage auf Magento 2: was wir übernehmen, wie lange es dauert, was mit Design, Kundenpasswörtern und Rankings passiert.
Magento 1 erhält seit Juni 2020 keine offiziellen Sicherheitsupdates mehr. OpenMage hält den Betrieb weiter am Leben und schließt bekannte Lücken — das ist eine ernstzunehmende Option, aber sie verschiebt das Problem nur: Zahlungsanbieter stellen Schnittstellen um, PHP-Versionen laufen aus, Erweiterungen werden nicht mehr gepflegt. Irgendwann steht der Wechsel an, und je später er kommt, desto mehr hat sich angesammelt.
Wichtig zu verstehen: Magento 2 ist kein Nachfolger im Sinne eines Updates, sondern ein anderes System. Datenbankstruktur, Template-Aufbau und Erweiterungsschnittstellen sind neu. Ein Umzug ist deshalb immer ein Neuaufbau, in den vorhandene Daten überführt werden.
Sicherheit: Der Versionsstand ist das eigentliche Risiko
Der häufigste Satz, den wir zu Magento 1 hören, lautet: „Läuft doch." Das stimmt sogar — bis zu dem Tag, an dem es nicht mehr stimmt. Ein Shop ohne Sicherheitsupdates fällt nicht aus, er wird übernommen, und das merkt man in der Regel erst an abgeflossenen Zahlungsdaten oder an einer Sperrung durch den Zahlungsanbieter. Zwischen „läuft" und „ist seit Wochen kompromittiert" gibt es äußerlich keinen Unterschied.
Der unbequeme Teil kommt aber erst: Mit dem Umzug auf Magento 2 ist das Thema nicht erledigt. Magento 2 auf einem alten Patchstand ist kaum besser dran als Magento 1. Wer das für Schwarzmalerei hält, hat den aktuellen Fall noch nicht gesehen.
PolyShell, März 2026
Eine Lücke in der REST-Schnittstelle erlaubt es, ohne Anmeldung eine Datei in den Shop zu laden, die für die Prüfung wie ein Bild aussieht und trotzdem PHP-Code enthält. Nötig sind dafür nur eine Gast-Warenkorb-ID und eine Artikelnummer — beides bekommt jeder. Betroffen ist praktisch jede Magento-Version, die im Einsatz ist. Und der Fix steckt ausschließlich in 2.4.9: Auf die älteren Zweige, also auch auf ein sauber gepatchtes 2.4.8, hat Adobe ihn nicht zurückportiert. Wer auf einem älteren Zweig bleiben will, muss die Lücke deshalb auf Serverebene abriegeln — und den Versionssprung einplanen.
Für ein Migrationsprojekt hat das zwei ganz praktische Folgen. Erstens bauen wir dich auf den aktuellen Versionszweig auf, nicht auf den, der beim ersten Gespräch gerade verbreitet war — bei einem Projekt über mehrere Monate ist das ein Unterschied. Zweitens gehört die Frage, wer nach dem Go-Live die Updates einspielt, ins Konzept und nicht in die Schublade. Sonst stehst du in fünf Jahren wieder da, wo du heute stehst, nur mit einer anderen Versionsnummer.
Was wir für dich übernehmen
- Produkte samt Attributen, Attributsets, Varianten und Medien
- Kategoriebaum und Produktzuordnungen
- Kundenkonten, Adressen und Kundengruppen
- Bestellungen, Rechnungen, Gutschriften und Sendungen
- Preise, Staffelpreise und kundengruppenspezifische Preise
- CMS-Seiten, statische Blöcke und Widgets
- URL-Struktur als vollständige Weiterleitungskarte
Nicht mitwandern können Template und Erweiterungen. Beides hängt an der Technik von Magento 1 und lässt sich nicht übertragen — das ist eine technische Tatsache, aber keine Entscheidung gegen dein bisheriges Erscheinungsbild. Was du behalten willst, bauen wir in Magento 2 nach. Du hast dabei die Wahl:
- Originalgetreu nachbauen: Der Shop sieht aus wie vorher. Deine Kunden merken vom Systemwechsel optisch nichts, gelernte Wege bleiben, wo sie waren.
- Nachbauen mit Facelift: Wiedererkennbarkeit und Struktur bleiben, aber Typografie, Abstände, Mobilansicht und Checkout kommen auf einen aktuellen Stand.
- Neu gestalten: Wenn das Design ohnehin in die Jahre gekommen ist, ist die Migration der günstigste Moment dafür — die Arbeit am Frontend fällt sowieso an.
Dasselbe Prinzip gilt für Funktionen aus Erweiterungen: Was du im Alltag wirklich brauchst, ersetzen wir durch ein Magento-2-Modul oder bauen es neu. Manches davon ist in Magento 2 inzwischen Bordmittel und fällt als Kostenpunkt einfach weg. Für den Rest lohnt die ehrliche Frage, welche der über die Jahre angesammelten Funktionen heute überhaupt noch jemand benutzt — jede Funktion, die nicht mitkommt, spart doppelt: einmal beim Umzug und danach bei der Wartung.
Die zwei kritischen Punkte
Kundenpasswörter
Magento 2 kann Alt-Hashes aus Magento 1 weiterverwenden und beim ersten erfolgreichen Login automatisch auf das aktuelle Verfahren umstellen. Richtig vorbereitet merken deine Kunden vom Umzug nichts. Was dabei zu beachten ist, steht ausführlich im Artikel Kundenpasswörter bei der Migration.
Sichtbarkeit bei Google
Magento 2 erzeugt andere URL-Muster als Magento 1. Ohne vollständige Weiterleitungen verlierst du Rankings, die über Jahre gewachsen sind — und das fällt erst auf, wenn der Umsatz einbricht. Die Weiterleitungskarte ist bei uns Teil der Migration, nicht der Nacharbeit.
Ablauf
- Bestandsaufnahme: Datenmenge, genutzte Erweiterungen, angebundene Systeme
- Konzept mit Aufwandsschätzung — gemeinsam entscheiden wir, was bleibt, was besser gelöst wird und was ersatzlos entfallen kann
- Testmigration mit echten Daten auf einer Kopie
- Abgleich von Stückzahlen, Summen und Stichproben gegen das Altsystem
- Generalprobe inklusive Weiterleitungen und Schnittstellen
- Go-Live im abgestimmten Zeitfenster mit Rückfallplan
- Nachbetreuung in den ersten Wochen
Nach dem Go-Live
Ein Umzug ist kein Projekt mit Enddatum, sondern ein Wechsel in einen anderen Wartungsrhythmus. Das sagen wir vorher, weil es die Rechnung verändert — und weil ein Shop, den nach dem Go-Live niemand pflegt, in ein paar Jahren genau das Problem hat, wegen dem du jetzt umziehst.
Sicherheitsupdates kommen im Quartalstakt
Adobe veröffentlicht planbar mehrmals im Jahr Sicherheitspatches, dazu kommen einzelne Notfallpatches außer der Reihe. Das ist gut — aber nur, wenn sie auch eingespielt werden. Ein Patch, der auf dem Server liegt und nicht angewandt wird, schützt niemanden. Rechne mit einem überschaubaren, aber festen Posten dafür.
Versionszweige laufen aus
Jeder Magento-2-Zweig hat ein Ende, und PHP-Versionen laufen ebenfalls aus. Etwa alle zwei Jahre steht deshalb ein größerer Versionssprung an. Der ist deutlich kleiner als der Umzug von Magento 1, aber er ist kein Nullaufwand — vor allem, weil deine Erweiterungen mitziehen müssen. Je weniger davon im Shop steckt, desto günstiger wird dieser Termin. Das ist der zweite Grund, beim Umzug auszumisten.
Magento 2 braucht mehr Technik als Magento 1
Suchindex, Cache, Message Queue, Cronjobs, ein Reverse Proxy davor: Der Betrieb ist aufwendiger als das, was du von Magento 1 kennst, und das schlägt sich im Hosting nieder. Wir sagen dir die Größenordnung vor dem Projekt, nicht mit der ersten Serverrechnung. Wenn dieser Punkt für dich den Ausschlag gibt, ist der Weg zu Shopware 6 die ehrlichere Empfehlung — auch wenn das für uns das kleinere Projekt wäre.
Wer das übernimmt, ist offen. Manche Kunden machen es selbst, manche lassen es bei uns, manche verteilen es. Uns ist nur wichtig, dass die Frage beantwortet ist, bevor der Shop live geht — und nicht beim ersten Notfallpatch.
Das ist bei uns kein Erstversuch
Den Weg von Magento 1 auf Magento 2 sind wir mehrfach gegangen — mit unterschiedlichen Sortimentsgrößen, über Jahre gewachsenen Attributstrukturen, angebundener Warenwirtschaft und Shops, in denen sich reichlich Eigenentwicklung angesammelt hatte. Darauf liegt in der Bestandsaufnahme unser Fokus: auf den Stellen, an denen so ein Projekt teuer oder unangenehm wird. Wir suchen sie gezielt, statt sie im laufenden Umzug zu entdecken.
- Attributsets, die über die Jahre zugewachsen sind und beim Umzug aufgeräumt gehören
- URL-Keys, die in Magento 1 mehrfach vergeben wurden und beim Import kollidieren
- Kundengruppen- und Staffelpreise, die im Altsystem an einer Erweiterung hängen
- Bestellungen mit Zahlarten, die es im Zielsystem so nicht mehr gibt
- Importstrecken und Cronjobs, von denen im Alltag niemand mehr weiß
- Konfigurierbare Produkte, deren Varianten im Altsystem nur halb gepflegt sind
Aus denselben Projekten kommt auch die Einschätzung, was sich nicht lohnt. Manche Funktion aus dem Altsystem kostet im Nachbau mehr, als sie im Betrieb einbringt. Das sagen wir dir vor dem Angebot, nicht in der Schlussrechnung.
Wie wir arbeiten
Direktkontakt
Du sprichst mit uns — also mit denselben Leuten, die den Umzug auch bauen. Kein Accountmanagement dazwischen, das Fragen weiterreicht und Antworten zurückübersetzt. Bei einer Migration entstehen täglich Detailfragen — welches Feld wohin, welche Historie wie tief, welche Funktion bleibt. Diese Fragen kurz zu klären statt sie durch eine Kette zu schicken, ist der größte einzelne Zeitgewinn im Projekt.
Ticketsysteme ja, Ticketzirkus nein
Asana, Jira, Redmine, GitHub Issues — wenn bei dir ohnehin etwas läuft, arbeiten wir darin. Was wir nicht tun: einen Prozess aufbauen, den das Projekt nicht braucht. Jedes gepflegte Board, jede Statusrunde und jedes Zwischenmeeting steht am Ende auf der Rechnung. Bei überschaubaren Vorhaben reichen kurze Wege und ein gemeinsames Dokument, in dem das Datenmapping steht.
Budgetfreundlich heißt nicht billig, sondern planbar
Wir zerlegen die Migration in Abschnitte, die einzeln abrechenbar und einzeln entscheidbar sind. Nach der Testmigration weißt du, ob das Vorhaben im Rahmen bleibt — nicht erst nach dem Go-Live. Und wenn ein Teil im Bestand günstiger gelöst werden kann als im Neubau, sagen wir das.
Das Erstgespräch kostet nichts. Wir sehen uns an, was heute läuft, und sagen dir, was auf dich zukommt — auch dann, wenn daraus kein Projekt mit uns wird.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Migration von Magento 1 auf Magento 2?
Müssen sich meine Kunden nach dem Umzug neu registrieren?
Was passiert mit meinen Google-Rankings?
Kann ich meine bestehenden Magento-1-Erweiterungen weiternutzen?
Muss der Shop während der Migration offline gehen?
Sieht mein Shop nach der Migration anders aus?
Habt ihr solche Migrationen schon durchgeführt?
Was kostet ein Erstgespräch?
Arbeitet ihr mit Ticketsystemen wie Asana oder Jira?
Was kostet eine Migration von Magento 1 auf Magento 2?
Konkret werden?
Sag uns, was heute läuft und wohin es gehen soll. Wir sehen uns den Bestand an und nennen dir Aufwand und Risiken — auch die unbequemen. Das Erstgespräch kostet nichts und ist unverbindlich.
Andere Wege
Magento Shopware 6
Meist eine strategische Entscheidung: Betriebsaufwand, Kosten oder ein Team, das mit Shopware besser zurechtkommt.
Shopware 5 Shopware 6
Zwischen den Versionen liegt ein kompletter Technologiewechsel — Plugins und Templates lassen sich nicht übernehmen.
WooCommerce Magento 2 oder Shopware 6
Typisch, wenn ein gewachsener WooCommerce-Shop an Grenzen stößt: viele Varianten, komplexe Preise, B2B.
Eigenentwicklung oder Altsystem Standardsystem
Shops, die vor Jahren individuell gebaut wurden und heute niemand mehr pflegen kann.